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Lösungen statt Lauffeuer – innovativ gegen Brandgefahr durch Akkus und Batterien

Unser Ziel: Mit erfinderischen Methoden mehr Sicherheit in der Recyclingwirtschaft schaffen 

In Zeitungen, Newsportalen und den Feeds sozialer Netzwerke liest man es regelmäßig: Immer häufiger entfachen falsch entsorgte Akkus und Batterien Brände in Sammelfahrzeugen und in den Anlagen von Entsorgungsbetrieben. Ein Thema, das längst einen Flächenbrand in der gesamten Recyclingwirtschaft ausgelöst hat. Es ist also nicht nur Zeit, dass sich was ändert, sondern dass wir was ändern. Mit innovativen technischen Lösungen macht PreZero sich auf, die Brandgefahr zu minimieren.

Brandgefahr durch Akkus und Batterien: Ursachen und Auswirkungen

Die Brandgefahr, die von falsch entsorgten Akkus und Batterien ausgehen kann, hat im schlimmsten Fall ernste Folgen für den betroffenen Umweltdienstleister: Ein Brand, der sich innerhalb von Fahrzeugen oder Sortieranlagen unkontrolliert und schnell ausbreitet, kann kostspielige Sachschäden verursachen und sogar zur Außerbetriebnahme führen. Einerseits kann man die Problematik heute technisch schon sehr gut angehen und die Maßnahmen zur Sensibilisierung von Verbrauchern werden intensiviert und beginnen zu greifen, andererseits ist auch die Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeiter in der Entsorgungsbranche unerlässlich. Denn Sicherheit muss immer Vorrang haben.  

Aber warum hört man aktuell häufiger von Bränden in Containern, Entsorgungsfahrzeugen oder Anlagen? Eine große Rolle spielt sicherlich die stetig wachsende Zahl der Batterien, die in Produkten eingesetzt werden. Denn das Tückische ist, dass Verbraucher oftmals zwar bemüht sind, Akkus und Batterien richtig zu entsorgen, aber teilweise nicht ahnen, in welchen Produkten diese enthalten sind (zum Beispiel Einweg-E-Zigaretten) und wie eine korrekte Entsorgung aussieht. Dabei ist gerade dieser erste Schritt der korrekten Entsorgung so wichtig. Denn erst wenn keine Batterien mehr im Haushaltsabfall oder der Wertstofftonne landen, wird die Brandvermeidung für diese Entsorgungswege bestmöglich sichergestellt. Schätzungen gehen davon aus, dass sich aktuell in 1 Tonne Restmüll durchschnittlich eine Lithium-Ionen-Batterie befindet. 

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Batteriebrände und ihre Konsequenzen für die Kreislaufwirtschaft

Auch für die Kreislaufwirtschaft haben brennende Abfälle Folgen: Sind beispielsweise Sortieranlagen für Abfälle aus der Wertstofftonne von einem Brand betroffen, kann der Wertstoffkreislauf der Leichtverpackungen im Ernstfall empfindlich gestört werden. Dem eigentlich passenden Stoffkreislauf der Batterien und Akkus bzw. der Elektrogeräte gehen zudem wertvolle Rohstoffe verloren. Und das, obwohl die passenden Rücknahmesysteme vorhanden sind. 

Das andauernde Problem der Brandgefahr ist uns als Umweltdienstleister daher besonders wichtig. Deshalb ist Marcel Fortuin, Leitung Innovation PreZero International, immer auf der Suche nach fortschrittlichen Ideen: „Zwar gibt es in der Branche schon Lösungen, um entstehende Brände frühestmöglich zu erkennen. Wenn aber doch mal Feuer ausbrechen, ist es sehr schwierig, diese zu löschen. Deshalb wollten wir die Problematik nochmals ganz neu denken, es anders angehen, proaktiv und pragmatisch sein und einen frischen Blick von außen ermöglichen. Oder anders gesagt: Lösungen und neue, innovative Ansätze können nur entstehen, wenn wir uns für neue Ideen öffnen und uns trauen out of the box zu denken. Und das tun wir.” 

Zeit, zu handeln: Wir übernehmen Verantwortung und gehen voran

Für uns ist klar: Ein „Weiter so” darf es nicht geben. Als Umweltdienstleister mit eigenen Recycling- und Sortieranlagen, Betriebshöfen und Abfallsammelfahrzeugen sehen wir uns gleich dreifach in der Verantwortung:  

  1. Wir müssen unsere Mitarbeitenden schützen. 
  2. Wir müssen kostenintensive Sachschäden vom Unternehmen abwenden. 
  3. Wir wollen einen größtmöglichen Beitrag zur Ressourcensicherung und Kreislaufwirtschaft leisten.  

Höchste Zeit, diesen Ansprüchen mit guten Ideen gerecht zu werden. 

So entstehen Brände durch Lithiumbatterien

Wenn eine Lithiumbatterie beschädigt wird, kann sie je nach Typ und Größe einige Sekunden bis mehrere Minuten lang eine Stichflamme erzeugen. Dadurch können sich umliegende brennbare Abfälle entzünden. Im Normalfall erzeugen sie zwei verschiedene Arten von Bränden: Plötzliche Brände entstehen zum Beispiel, wenn eine Lithiumbatterie durch einen Schredder oder eine andere Maschine des Recyclingprozesses beschädigt wird, oder wenn ein schweres mobiles Gerät, wie eine Ladeschaufel, in den angelieferten Abfällen eine Batterie demoliert. Verzögerte Brände kommen beispielsweise vor, wenn eine beschädigte Lithiumbatterie, die in einem Abfallhaufen versteckt ist, schwelt und erst nach einiger Zeit in Flammen aufgeht. Das Bekämpfen von Lithium-Bränden erfordert Spezial-Ausrüstung und -Training. Dabei erfordern die beiden Arten von Bränden unterschiedliche Herangehensweisen: Plötzliche Brände lassen sich am besten mit technischen Mitteln bekämpfen, zum Beispiel mit fest installierten Feuerlöschsystemen, während verzögerte Brände besser durch Präventionsmanagement und Sensibilisierung bekämpft werden können. 

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Neue Perspektiven: Unser erster Hackathon 

Marcel Fortuin ist überzeugt: „Bewussteres Handeln von Politik und Verbrauchern kann uns weit bringen – wenn wir das um eigene Lösungen ergänzen, bringt uns das sogar noch weiter. Und je besser die Lösungsansätze sind, die wir entwickeln, desto besser werden wir selbst.” Diese Aufbruchsstimmung bei PreZero wurzelt im Commitment des Unternehmens, neue Wege zu gehen und Innovationen Zeit und Raum zu geben. Dies hat im letzten Jahr bereits erste Früchte getragen: In unseren Anlagen wurden Technologien getestet, die unsere Ingenieure und Mitarbeiter für besonders vielversprechend halten. Wir sind guter Dinge, dass wir schon bald konkrete Erfolge verkünden können. 

Diese Meilensteine und die positiven Aussichten kommen nicht von ungefähr. Um die gewohnten Denkmuster zu durchbrechen und neue Perspektiven für uns erschließen, haben wir uns die Frage gestellt:  Warum es nicht mal mit einem Hackathon probieren? Daher haben wir Studierende unterschiedlicher Bereiche bereits im April 2023 zu PreZero eingeladen und ihnen das Problem der Brandgefahr durch Akkus und Batterien nähergebracht. 

Zunächst besuchten Studierende der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, der Technischen Universität München, der Hochschule Heilbronn und der 42 Heilbronn die LVP-Sortieranlage in Ölbronn. Steffen Schott, Leitung der Anlage, führte sie durch den Sortierprozess und beantwortete erste Fragen, die bei der späteren Lösungsfindung hilfreich sein konnten. 

Dann der Startschuss für den Hackathon: Die 25 Studierenden versammelten sich in entspannter Runde auf dem Bildungscampus in Heilbronn. Marcel Fortuin führte in das Thema und die Aufgabenstellung ein, danach fand die Zusammenstellung der Teams statt. 24 Stunden hatten die Teilnehmenden dann Zeit, Lösungen auszuarbeiten und diese zu präsentieren. Fachliche Unterstützung erhielten sie von den beiden Technikexperten Joachim Folmer und Joachim Häffner von PreZero Deutschland. Aus den präsentierten Ergebnissen kristallisierte sich auch eine Lösung heraus, an der wir seither weiter gemeinsam gearbeitet haben. 

Gemeinsam Lösungen finden, gemeinsam profitieren

Die Ideen der Gruppen waren sehr vielfältig und deckten alle Stationen des Sortierprozesses ab – von einem Anreizsystem für Endverbraucher über eine Vorsortierung bis zur Erkennung der Batterien in der Sortieranlage. Eine der Ideen war für uns derart vielversprechend, dass wir mit ihr nun in die finale Testphase gehen: ​​Es handelt sich dabei um eine Technologie, die Batterien frühzeitig erkennt und aus dem Sortierprozess entfernt. Wir sind zuversichtlich, dass wir die Innovation bald ausführlicher vorstellen können und damit einen weiteren wichtigen Schritt in der Anlagensicherung erreichen können. Die aufmerksame und verantwortungsvolle korrekte Entsorgung bleibt dennoch weiterhin sehr wichtig. Denn auch wenn neue technische Lösungen eine zusätzliche Sicherheitsstufe schaffen, können Sie keine hundertprozentige Garantie bieten.  

Jetzt geht es darum, nach der aussichtsreichen Pilotphase in die Serienreife zu kommen. „Wenn uns das gelingt, haben wir einen ganz enormen Schritt in Richtung Sicherheit getan", meint Marcel Fortuin. „Darum glauben wir daran, dass es sich auch in Zukunft lohnt, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten und Synergien zu fördern.” Mit Partnern aus der Industrie, Bildungsinstitutionen und anderen kreativen Köpfen will PreZero neben der Problematik der Brandgefahr durch Akkus und Batterien auch weitere Herausforderungen angehen. ​​Alles im Sinne einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft und passend zu unserem Claim „Neues Denken für ein sauberes Morgen”. Denn es warten noch einige Fragen für mehr Zirkularität dringend auf eine Lösung und wir packen es an! 

Sie möchten weitere spannende Projekte entdecken oder unseren Innovationsbereich kontaktieren? Hier https://innovationhub.prezero.com/de/ geht’s zur Webseite.